Molina und das Natura 2000 Netzwerk

Natur 2000
Natur 2000 ist das politische Hauptinstrument der Europäischen Union zur Konservierung der Artenvielfalt. Es handelt sich um ein ökologisches Netz, das über das gesamte Unionsgebiet verbreitet ist und gemäß der Direktive 92/43/CEE „Habitat“ eingerichtet wurde, um die langfristige Erhaltung des natürlichen Habitats und der bedrohten Tier- und Pflanzenarten oder auf gemeinschaftlicher Ebene seltenen Arten zu garantieren. Über die Orte von gemeinschaftlicher Bedeutung (SIC) hinaus umfasst das Netz Natur 2000 auch die Gebiete, die unter besonderem Schutz (ZPS) stehen und die gemäß der Direktive 79/409/CEE „Vögel“ eingerichtet wurden. In Italien bedeckt das Netz Natur 2000 (SIC und ZPS) insgesamt ca. 20% des Nationalgebietes. Bis heute sind von Seiten der italienischen Regionen 2288 Orte von gemeinschaftlicher Bedeutung (SIC) und 597 Gebiete unter besonderem Schutz (ZPS), von denen 321 mit ZPS übereinstimmen, bestimmt worden.

Ökologische Netze und Artenvielfalt im Veneto
Der Schutz der Artenvielfalt im Veneto erfolgt hauptsächlich mit der Einrichtung und der Verwaltung der geschützten Naturgebiete (Parks und Tierschutzgebiete) und den Gebieten, aus denen sich das europäische ökologische Netz Natur 2000 zusammensetzt.
In der Region Veneto gibt es derzeit 128 Orte, die zum Netz Natur 2000 gehören; mit 67 ZPS und 102 SIC, die sich vielfältig überlagern, bei einer Gesamtfläche von 414.675 Hektar (22,5% des Regionalgebietes). SEHEN Sie hier die Karte von den Schutzgebieten in der Region Venetien.

Der Ort von gemeinschaftlicher Bedeutung  IT 3210002 - Monti Lessini: Cascate di Molina
Der Ort ist von vielseitigem Interesse, insofern als dass er durch Elemente von gehobener biologischer Wichtigkeit, gepaart mit anderen geomorphologischen und hydrogeologischen Interessen, charakterisiert wird. Ein hervorstechender Umweltaspekt wird durch das oberflächige hydrographische Netz dargestellt, dem die Formation der Cascate von Molina und das Vorkommen einiger eng an das Wassermilieu gebundener seltenen Arten zu verdanken ist.
Das Schutzgebiet wird am Hochtal von Fumane und anderen von dort abzweigenden seitlichen Armen umrissen, darunter der Vajo delle Scalucce und die Val Sorda. SEHEN Sie hier die Karte von den Schutzgebieten im Park.
Das Tal charakterisiert sich durch waldbedeckte, wärmemesophylle steile Hänge, im Besonderen orno-ostrieti und ostrio-carpineti. Im oberen Teil des Tals, an der Hangspitze erheben sich majestätische Felsbastionen, mit einer Felsvegetation von hohem wissenschaftlichem Wert.

Habitat von gemeinschaftlichem Interesse
An diesem Ortes sind die folgenden Habitat von gemeinschaftlichem Interesse gemeldet:

Felsspaltenvegetation auf Kalkfelsen
Dieser Habitat umfasst die von Felspflanzengattungen bevölkerten vertikalen Wände. Die Vegetation dieser vertikalen Wände ist ein gutes Bespiel einer Pioniergemeinschaft, die dieses auch für lange Zeit bleiben wird. Es ist kein Zufall, dass sich gerade in der Felsspaltenvegetation altsteinzeitliche Endemismen und Tertiärrelikte konservieren konnten.

Hangwälder, Geröll und Schluchten des Tilio-Acerion
Diese Wälder sind typisch für frische Geländeeinschnitte und Schluchten mit Schuttansammlungen am Fuß der Felswand. Sie zeichnen sich durch das Vorherrschen von edeln Laubbäumen aus (Ahorn, Linden, Ulmen, gemeine Eschen) mit einer floristischen Ausstattung, die der der frischen Buchen ähnelt.
Am vorliegenden Ort handelt es sich um Fragmente, die teilweise schwierig zu kartographieren sind, aber genau aus diesem Grund so wichtig für die Bewahrung der Artenvielfalt, die den Hauptzweck des Netzes Natur 2000 darstellt. Die Wälder des Tilio-Acerion stellen azonale Formationen mit relativem Pionierscharakter dar, die sich dort konservieren, wo die orographischen und topographischen Faktoren das Mikroklima beeinträchtigen und der Boden keine Evolutionsbereitschaft zeigt. Zeigerpflanzen sind der Bergahorn (Acer pseudoplatanus), die gemeine Esche (Fraxinus excelsior), die Silberlinde (Tilia platyphyllos) und die Bergulme (Ulmus glabra).

Acero di Monte
(Acer psedoplatanus)

Tiglio selvatico
(Tilia cordata)
Carpino bianco
(Carpinus betulus L.)
 

Raponzolo di roccia
(Physoplexis comosa)

Moehringia bavarese
(Moehringia bavarica)
Cinquefoglia penzola
(Potentilla caulescens)