Der Wasserfallpark ist ein Gebiet von gemeinschaftsweiter Bedeutung
(IT3210002 – MONTI LESSINI: CASCATE DI MOLINA)

Der Park ist Teil des europäischen Netzwerks „Natura 2000“, das 128 Gebiete in der Region Venetien (22,5 % des regionalen Gesamtgebiets) umfasst und durch eine Richtlinie der Europäischen Union (Richtlinie 92/43/EWG „Habitat“) zum Schutz der Artenvielfalt eingerichtet wurde.
Siehe HIER die Karte der Umweltschutzgebiete in der Region Venetien

Ziel ist es, natürliche Lebensräume und Tier- und Pflanzenarten, die auf Gemeinschaftsebene bedroht oder selten sind, langfristig zu erhalten oder erforderlichenfalls wiederherzustellen.

Das Schutzgebiet ist auf den oberen Teil des Tals von Fumane und einige seiner Seitentäler, wie der „Vajo delle Scalucce“ und die „Val Sorda“, beschränkt. Im lokalen Dialekt bezeichnet der Begriff „vajo“ einen Taleinschnitt, eine steile Schlucht, die zwischen den felsigen Strebepfeilern der Bergwände eingekeilt ist.
Das Tal ist durch steile Hänge gekennzeichnet, die mit thermomesophilen Wäldern bewachsen sind, d. h. mit Wäldern, die bei nicht allzu kalten Temperaturen gedeihen. Dabei handelt es sich hauptsächlich um Hainbuchen- und Eichenwälder. Die ersten bestehen hauptsächlich aus Manna-Eschen und Hainbuchen, die sonnenexponierte Hanglagen mit kalkhaltigen Böden und leichtem Wasserabfluss bevorzugen; die letzteren erfordern weniger extreme Bedingungen, deshalb kommen vermehrt Flaumeichen sowie Feldahorn und Wildkirsche vor.
Im oberen Teil des Tals erheben sich an den Hängen majestätische Felsbastionen, die von einer Felsenvegetation mit Pflanzenarten von hohem wissenschaftlichen Interesse geprägt sind.

Vorhandene Arten

Folgende Lebensräume von gemeinschaftsweitem Interesse sind innerhalb des Gebietes gemeldet:

1. Vegetation auf Kalksteinfelsen
Die an den senkrechten Wänden wachsende Vegetation ist ein gutes Beispiel für Pioniergemeinschaften, die sich extremen Umweltbedingungen angepasst haben (starke Temperaturschwankungen, wenig Wasser, fast keine Erde): dabei handelt es sich um hochspezialisierte Pflanzen, die in den Felsen die einzige Umgebung finden, in der sie überleben können, indem sie diesen Lebensraum und die wenigen vorhandenen Ressourcen voll ausnutzen und so in der Lage sind, den gesamten Lebenszyklus zu vollenden. Zu den bedeutendsten Arten gehören Schopfteufelskralle (Physoplexis comosa), Moehringia bavarica (Moehringia bavarica) und Vielstängeliges Fingerkraut (Potentilla caulescens): Die beiden letztgenannten Arten stehen unter strengem Artenschutz.

2. Hang-, Geröll- und Talwälder mit Linden und Ahornbäumen.
Diese Wälder sind typisch für Schluchten und kühle Täler mit Geröllansammlungen am Fuße von Felswänden. Sie zeichnen sich durch das Vorherrschen edler Laubbäume (Ahorn, Linde, Ulme, Esche) aus. Es geht dabei um kleine Baumgruppen, die manchmal schwer zu kartieren sind, aber gerade deshalb für die Erhaltung der Artenvielfalt, dem Hauptziel des Netzwerks Natura 2000, sehr wichtig sind. Indikatorarten sind der Bergahorn (Acer pseudoplatanus), die Gemeine Esche (Fraxinus excelsior), die Winterlinde (Tilia platyphyllos) und die Bergulme (Ulmus glabra).

3. Unter den Säugetieren: Fledermäuse
Unter den in diesem Gebiet vorkommenden Säugetierarten genießen Fledermäuse wie die Große Hufeisennase (Rhinolophus ferrumequinum) und der Miniopterus (Miniopterus schreibersii) besonderen Schutz. Alle in Italien vorkommenden Fledermausarten sind zoologische Einheiten von gemeinschaftsweitem Interesse; sie sind in den verschiedenen Anhängen der Habitat-Richtlinie 92/43/EWG aufgeführt und müssen daher streng geschützt werden.

4. Avifauna: Raubvögel
Im Gebiet von gemeinschaftsweiter Bedeutung „Monti Lessini: Cascate di Molina“ gibt es zahlreiche Raubvogelarten, von denen einige auch hier nisten. Darunter befinden sich einige Arten, die in Anhang I der Richtlinie 79/409/EWG aufgeführt sind, wie der Uhu (Bubo bubo) und der Wanderfalke (Falco peregrinus), dessen Vorkommen in diesem Gebiet in den letzten Jahren mehrfach festgestellt wurde. Auch einige Zugvogelarten sind hier anzutreffen: der Wespenbussard (Pernis apivorus) und der Schwarzmilan (Milvus migrans), die nur im Sommer und Herbst beobachtet werden können.

5. Flusskrebse
Der Edelkrebs (Austropotamobius pallipes) ist ein Krebstier, das saubere und gut mit Sauerstoff versorgte Bachabschnitte bevorzugt. Einst weit verbreitet und zahlreich vorhanden, wurde er lange Zeit wegen seines delikaten Fleisches wahllos abgefischt. In den letzten Jahren ist sein Bestand erheblich zurückgegangen, was teilweise auf seine Empfindlichkeit und die Verschlechterung der Wasserqualität zurückzuführen ist. Aus diesem Grund wird sein Fang heute durch zahlreiche regionale Verordnungen verboten, wobei er zusätzlich auf Gemeinschaftsebene durch die Habitat-Richtlinie geschützt ist.

6. Zu schützende Amphibien
Das ständige Vorhandensein von Wasser bestimmt die Umweltbedingungen mit hoher Luftfeuchtigkeit, die auch in wärmeren Zeitabschnitten mit weniger Niederschlag bestehen bleibt. Diese Situation begünstigt eine große Tierartenvielfalt: Bei den Amphibien sind es vor allem der Tüpfelsalamander (Salamandra salamandra), der Bergmolch (Mesotriton alpestris), die Erdkröte (Bufo bufo) und der Grasfrosch (Rana esculenta). Zu den geschützten Arten gehören die Gelbbauchunke (Bombina variegata), die in Anhang II der Habitatrichtlinie aufgeführt ist, und der Springfrosch (Rana dalmatina), der in Anhang IV aufgeführt ist.

Unser Ziel ist es, das langfrisstge Überleben dieser wichtigen Arten und Lebensräume zu sichern und dabei die wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Bedürfnisse der Region im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung zu berücksichtigen.
In den Jahren 2013 und 2014 konnten dank der regionalen Mitfinanzierung (Por Cro Parte FESR 2007-2013 – Achse 1 „Politiken zur Unterstützung der Förderung und Entwicklung des Unternehmertums“) Maßnahmen zur Erhaltung und Aufwertung des Naturerbes im SCI-Gebiet durchgeführt werden. (Aktion 1.3.4 „Innovative Maßnahmen zur Erhaltung und Aufwertung des Naturerbes“). Diese Maßnahmen wurden auch durch eine Mitfinanzierung für die Renovierung von zwei Mühlen im Park unterstützt, die dank der vorhandenen Schulungs- und Speiseräume optimal genutzt werden.